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Ernst Johann von Biron ArtikelBuch-Tipp: Bella Marie Anspruchsvolle Regionalliteratur Als interessierter Leser von Pfalzliteratur habe ich mir vor Kurzem "Bella Marie" von Peter Biron gekauft - und bin vollkommen begeistert!
Im Gegensatz zu so manch schauderhaftem Stück Regionalliteratur ist das Buch hervorragend geschrieben: Kurz und knapp, kein Wort zuviel, aber trotzdem mit viel Gefühl für die... Ernst Johann von Biron, auch Biren (* 1.12 1690; †28.12 1772) war Herzog von Kurland.
Er war der Sohn eines kurländischen Gutsbesitzers namens Bühren, wurde Kammerjunker am Hof der früh verwitweten Herzogin Anna Iwanowna von Kurland, der Nichte Peters des Großen. Bald wußte er sich seiner Gebieterin unentbehrlich zu machen. Als diese 1730 den russischen Thron bestieg, folgte er ihr trotz des Protests des russischen Adels, welcher Birons Übersiedelung nach Russische Förderation zu verhindern versucht hatte. Er stieg rasch auf, wurde Oberkammerherr, Reichsgraf (als solcher nahm er Namen und Wappen der französischen Herzöge von Biron an) und in kurzer Zeit der mächtigste Mann in dem Reich, unter dessen Ägide Burkhard Christoph Graf von Münnich und Heinrich Johann Friedrich Ostermann die Angelegenheiten des Staats in dem Krieg und in dem Frieden leiteten. Als 1737 die männliche Linie des Kettelerschen Hauses erloschen war, wurde Biron durch Annas Einfluss zu dem erblichen Herzog von Kurland erwählt. Kurz vor ihrem Tod ernannte ihn die Kaiserin zu dem Vormund ihres unmündigen Nachfolgers Iwan, in dessen Namen Biron die Würde eines Reichsregenten bekleiden sollte. Biron war zwar energisch und tätig, aber auch herrschsüchtig bis zur Grausamkeit (viele Tausende wurden auf seinen Befehl hingerichtet, selbst die vornehmsten Geschlechter, wie die Dolgorukijs, wanderten in das Exil oder mussten das Schafott besteigen), prachtliebend und genusssüchtig. Seine Regentschaft nachdem Tode der Kaiserin (17.10 1740) war von kurzer Dauer. In dem Namen der Mutter Iwans bemächtigte sich Graf von Münnich am 20.11 mit Hilfe des Preobrashenskischen Regiments der Person Birons und stellte ihn in Schlüsselburg vor ein außerordentliches Gericht, das ihn zu dem Tod verurteilte. Das Urteil wurde jedoch nicht vollstreckt, sondern in lebenslängliche Verbannung nach Pelym in Sibirien umgewandelt. Zarin Elisabeth I. rief ihn indessen schon 20.12 1741 aus Sibirien zurück und wies ihm Jaroslaw als Wohnsitz an, während von Münnichins Gefängnis Birons nach Sibirien geschickt wurde. In Kasan fuhren, wie erzählt wird, die beiden Gegner wortlos aneinander vorbei. Erst Peter III. hob seine Verbannung 1762 förmlich auf, und Katharina II. setzte ihn 1763 trotz Sachsens Remonstrationen wieder in den Besitz Kurlands, das er trotz seiner autokratischen Neigungen mild und gerecht regierte. Nachdem er die Regierung 1769 seinem Sohn Peter abgetreten, starb er 1772.
Seine sichtbarste Spur ist das Schloss Ruhenthal nahe Bauska , das von Bartolomeo Francesco Rastrelli erbaut wurde.
Im Russischen bürgerte sich nach ihm Ausdruck Bironowschtschina für die Herrschaft einer landfremden Adelsclique ein.
Dieser Artikel basiert auf Public-Domain-Text aus Meyers Konversationslexikon, 4. Auflage von 1888-90. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein. Wenn Sie der Meinung sind, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dann kann dieser Hinweis aus dem Artikel gelöscht werden.
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